Blutegeltherapie am Pferd

Der Blutegel (Hirudo medicinalis) wird sowohl in der Humanmedizin aber auch in der Tiermedizin  als medizinischer Blutegel eingesetzt. Seit Jahrhunderten schätzen die Menschen ihre Heilwirkung. Diese ist mittlerweile auch durch neueste Forschungsergebnisse belegt. Der Egel wird an einer geeigneten Stelle angelegt, so dass ein kleiner Aderlass durch sein „Biss“ herbeigeführt wird. Dieser ist für das Pferd nicht schmerzhaft. Verständlich, denn der Egel hat in der freien Natur kein Interesse unangenehm aufzufallen. Hat der Egel seinen Saugplatz gefunden werden über seinen Speichel verschiedene Substanz abgegeben.

Diese sind u.a

  • blutgerinnungshemmend
  • schmerz und entzündungshemmend
  • antithrombotisch
  • immunisierend
  • gefäßkrampflösend und lymphstrombeschleunigend

So gehört beispielsweise der im Speichel enthaltene Wirkstoff -Hidruin als weltweit anerkanntes Arzneimittel bei Blutgerinnungsstörungen und wird u.a. zur Behandlung in der Humanmedizin eingesetzt.

Blutegel

Hinweise:

Für den therapeutischen Einsatz kommen die Blutegel, die in Deutschland als Fertigarzneimittel gelten aus spezialisierten Zuchtbetrieben  die strenge Anforderungen gemäß § 13 Arzneimittelgesetz erfüllen müssen. Die Blutegel die ich für meine therapeutischen Zwecke verwende, stammen aus einer spezialisierten zertifizierten Zuchtstätte  der Biebertaler-Blutegelzucht oder der Apotheke .

Jeder Blutegel wird u.a. aus hygienischen Gründen jeweils nur 1 x therapeutisch angewandt (gesetzliche Bestimmung) und muss laut der gesetzlichen Bestimmung (Arzneimittelgesetz) nach der Behandlung getötet werden ( Einfrieren),damit keine Gefahr besteht , dass bei einem erneuten Biss Keime an das neue Wirtstier weiter zu geben. Selbst die spätere wiederholte Anwendung eines Blutegels an demselben Tier, ist nach aktueller Rechtssprechung seit 2006 untersagt.

Bei folgenden Erkrankungen kann die Blutegeltherapie begleitend angewendet werden…

Arthrosen (Spat, Schultergelenk, Hufbein, Krongelenk, usw.)
Arthritis (akute Gelenksentzündung)
Bursitis (Schleimbeutelentzündung)
Sehnenverletzungen /Entzündungen (Fesselträgerentzündung, Sehnenscheideentzündung, Sehnenriss, usw.)
Muskelverletzungen (Muskelfaserriss, Muskelriss, Muskelverhärtungen, usw.)
Hufrollensyndrom (begleitend)
Hufrehe (begleitend)
Satteldruck
Ödeme (nach Trauma, bei lymphologischen Problemen)
Hämatome
Quetschungen
Mauke
Abszesse
Gallen
Wundheilungsstörungen

Die Blutegeltherapie wird nicht angewendet bei folgenden Kontraindikationen:

  • Einnahme gerinnungshemmenden Medikamenten
  • fortgeschrittene Lebererkrankungen
  • schwere Anämie
  • ausgeprägte Immunschwäche
  • extreme Allergie (Eiweiße)
  • Kreislaufprobleme
  • trächtige und säugende Stuten
  • gleichzeitige Therapie mit Acetylsalicylsäure (ASS)
  • Lebensmittelliefernde- Tiere!…nur wenn im Equidenpass als „Nicht-Schlachtpferd“ eingetragen ist ,darf eine Behandlung mit Blutegeln erfolgen !!!

 

  • Zudem fällt die Blutegeltherapie bei Pferden die im Turniersport eingestzt werden unter „Doping“ hier besteht eine Karenzeit beträgt 48h.