Kinesiologisches Pferdetaping

Was ist Taping ?

Kurz beschrieben ist das Flexible Taping oder auch Kinesiotaping  eine Therapiemethode die von einem japanischen Chiropraktiker entwickelt wurde . Er entdeckte, dass man über das Kleben von Tapes oder auch „kienesiologische Tape“ genannt… mit besonderer Anlage Schmerzen am Bewegungsapparat lindern und die Selbstheilungskräfte des Körpers aktivieren kann.

Ein Tapeverband (englisch tape,Band) aus Pflasterklebeband,oft auch kurz

Tape oder Taping bezeichnet kennen wir bereits aus der Humanmedizin, Physiotherapie, Sport und Unfallchirurgie und Orthopädie bei uns Menschen.Das Tape besteht aus dehnbaren Gewebe ,welches in Längsrichtung elastisch ist. Der Klebstoff ist wellenförmig aufgebracht,sodass er Bewegung auf dem Gewebe schafft.Zudem gibt es verschiedene Anlagetechniken .
Wenn der Körper unter den Tapes arbeitet, wird die Haut durch die Klebestreifen in Wellen bewegt. Das stimuliert das Lymphsystem, die Nervenrezeptoren, die Muskeln und die Faszien. Durch den verbesserten Lymphabfluss und eine bessere Durchblutung können so die Stoffwechselendprodukte schneller abtransportiert werden. Auch die Arbeit der Muskulatur wird optimiert, was viele, im Wettkampf getapte menschliche Athleten, beweisen. Bevor das Tape angewendet wird , werden Haltung, Beweglichkeit,Hautbeschaffenheit,Blockierungen,Faszienverschieblichkeit,Muskeltonus und Dysbalancen überprüft und je nach Befund eine passende Anlage angelegt.

 

 

Kurz ein paar Anlagetechniken beschrieben…

• Muskelanlagen
Bei den sogenannten Muskelanlagen werden die Propriozeptoren angesprochen. Durch sie gelangen Informationen über Muskelspannung, Muskellänge, Gelenkstellung und Bewegung zum Kleinhirn und zum Cortex, wo diese unbewusst verarbeitet werden. Zu den Propriozeptoren zählen u. a. die Muskelspindel und das Golgi-Sehnenorgan. Die Muskelspindeln sind Dehnungsrezeptoren in der Muskulatur. Sie sind für die Messung der Muskellänge und der Veränderungsgeschwindigkeit der Muskellänge verantwortlich. Wir können also für das Anspannen und Relaxieren der Muskulatur mittels eines Reizes, den wir durch ein korrekt gesetztes Tape geben, diese von außen beeinflussen. Muskeltapes werden sowohl bei Hypertonus als auch bei Hypotonus angelegt (erhöhter oder verminderter Ruhespannung des Muskels). Muskelanlagen bewirken eine Normalisierung des Muskeltonus, eine Schmerzlinderung und eine verbesserte Belastbarkeit, was wiederum eine schnellere Heilung bewirkt. Auch Verletzungen der Muskulatur (Faserrisse oder stumpfe Traumata) sprechen hervorragend auf eine Tape-Therapie an.
• Ligamentanlagen
Dank des Golgi-Sehnenorgans verhält es sich mit den Ligamentanlagen ähnlich den Muskelanlagen, da auch dieses zu den Propriozeptoren gehört. Ligamentanlagen werden bei Sehnen oder Bandproblematiken angewendet. Sie bewirken eine Entlastung, Schmerzlinderung und Verbesserung der Belastbarkeit, was sich positiv auf den Heilungsprozess auswirkt. Es gibt keine vergleichbare Behandlungsmethode, die es in dem Ausmaß möglich macht, eine überdehnte Sehne oder auch überdehnte Bänder sofort zu entlasten. Wichtig ist bei diesen Krankheitsbildern eine genaue Diagnosestellung und eine genaue Dokumentation des Krankheitsverlaufs. Der Tierbesitzer ist insbesondere bei dieser Anlagetechnik genauestens dahingehend zu unterweisen, wie er mit seinem Tier (z. B. Pferd) umgehen soll, denn auch wenn die Sehne durch ein Tape aktiv entlastet wird, ist sie noch lange nicht geheilt.
• Faszienanlage
Als weitere Anlageform gibt es die Indikationsanlage. Hierbei werden die Tapes entsprechend den verschiedenen Krankheitsbildern angelegt. Zu den häufigsten Formen gehört dabei die Faszienanlage nach einer ISG-Problematik (bei einer Subluxation des Kreuz-Darmbein-Gelenks). Diese Anlage ist besonders nach einer osteopathischen Behandlung sinnvoll, da hier durch eine Faszienanlage die richtige Position des Gelenks vorgegeben wird und ein „Zurückrutschen“ in die „alte Position“ verhindert wird.
• Spatanlage
Bei Anwendung der Spatanlage werden Sie direkt nach der Anlage eine deutliche Verbesserung des Gangbildes feststellen. Ziel dieser Anlage ist es die Lahmheit zu beseitigen bzw. auf ein Minimum zu reduzieren sowie durch Entlastung die Schmerzen zu lindern. Ebenso hilfreich ist die Anlage bei einem Fesselringbandsyndrom. Bei konsequenter Anlage über einen längeren Zeitraum und früher Diagnosestellung konnte schon manchem Pferd eine Operation erspart werden. Hierbei handelt es sich um eine Einschnürung der vermehrt gefüllten Beugesehnenscheide vom unelastischen Fesselringbad. Hier kann man mit Hilfe des Tapes für eine Entstauung der Sehnenscheide sowie Entlastung des Fesselringbandes sorgen.
• Korrekturanlage
Als weitere Anlageform gibt es die Korrekturanlage, die beispielsweise bei  Verklebungen der Faszien angewendet wird.

„Klassische“ Anlageformen
Zu den „klassischen“ Anlageformen gehört zum einen die Lymphanlage, welche das Anheben der Haut bewirkt, sodass sich der Raum zwischen Haut und subkutanem Gewebe vergrößert und so die Lymphflüssigkeit aus den Zwischenräumen einfacher in das Lymphsystem abfließen kann. Für diese Anlagetechnik sind Grundkenntnisse der Lymphdrainage erforderlich, da die Tapes eine vergleichbare Wirkung haben, sofern sie richtig angelegt wurden. Des weiteren gibt es noch sogenannte Spacetapes. Diese haben eine ähnliche Wirkung wie Lymphtapes. Sie heben wie Lymphtapes die Haut an, funktionieren aber durch ihre sternartige Anlage eher wie ein Saugnapf, der punktuell die Haut anhebt und so z. B. Hämatomen zu einem schnelleren Abfluss verhilft. Diese Tapes können auch kurzzeitig (1 bis 3 Tage) auf Triggerpunkte gesetzt werden, um diese zu stimulieren.

Haltbarkeit von Tapes
Die Haltbarkeit von Tapes auf Tieren ist sehr unterschiedlich und von deren Nutzung abhängig. Um Tapes auf dem Fell besser haftbar zu machen, wird ein zusätzlicher Kleber verwendet, der vor dem Tapen auf die zu behandelnde Stelle aufzutragen ist. Dieser Kleber ist speziell für diesen Einsatz entwickelt worden und somit auch unbedenklich anzuwenden. Oft liest man besonders in der Verbindung mit dem Humantaping, dass die Tapes sich einfach lösen, wenn der Körper sie nicht mehr braucht. Das ist bei dem Taping von Tieren anders, denn hier hat die Haltbarkeit maßgeblich mit dem Reinheitszustandes des Fells, der Länge und der Eigenschaft des Fells zu tun. Daher ist es für Therapeuten enorm wichtig, den Tierbesitzern Informationen darüber, wie lange ein Tape getragen werden soll und dass es eventuell erneuert werden muss.

(Quelle; unter anderem…) Verband Deutscher Tierheilpraktiker e.V.
Wo kann das Tape bei Pferden eingesetzt werden ?…bzw. welche Wirkung hat das Tape ?
-bei Verletzungen
-bei Verspannungen oder Muskulaturermüdung
-schmerzstillender Effekt
-Schmerz und Triggerpunktbehandlung
-neuralgische Schmerzen
-Abflussstörungen und Ödeme des Lymphsystems
-ünterstützung des Band und Halteapparat
– bei Beschwerden des Stütz und Bewegungsapperates

Hinweis:
-Tapes sind frei von medizinischen Wirkstoffen und somit auf Turnieren dopingirrelevant!
-Die Therapie eigent sich nicht bei tierärztlicher angeordneter Ruhigstellung

Fortbildung „Taping bei Pferden“ absolviert am Deutschen Institut für Pferdeostehopathie (DIPO) in Dülmen